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Kreisverband Bonn e.V.
Bereitschaft Bonn rechtsrheinisch
Pützchens Chaussee 200
53229 Bonn
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Historie
Chroniken berichten davon, dass vor tausend Jahren eine große Dürrezeit im Rheinland herrschte, die Mensch und Vieh zu den noch wasserführenden Flüssen zog. Während einer Bittprozession ereignete sich zwischen 999 und 1005 n. Chr. das "Quellwunder von Pützchen". Die Äbtissin des benachbarten Stiftes Vilich, Adelheid (960 - 1015), kniete auf freiem Felde nieder, und bat gestützt auf ihren Äbtissinnenstab um göttliche Hilfe. An jener Stelle, wo ihr Stab im Erdboden versunken war, entsprang eine Quelle, das "Pützchen".
Nach dem Tode der Äbtissin Adelheid sprach man schnell von Wunderheilungen, die sich an deren Grabe in der Stiftskirche St. Peter zu Vilich zugetragen haben sollen. Rasch wuchs die Zahl der Pilger an, und aus der Verehrung Adelheids entwickelte sich die Adelheidiswallfahrt. Pilgerte man zunächst noch zum Grab in die Stiftskirche von Vilich, so verlagerte sich in späteren Jahren die gesamte Wallfahrt ans Pützchen, dessen Wasser, im Volksmund "Brönnsches Wasser" genannt, Heilung versprach.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass "Brönnsches Wasser" alaunhaltig ist, und Augenleiden zu lindern vermag. Die Adelheidiswallfahrt am Pützchen zog im Laufe der Zeit immer mehr Pilger an. Händler boten ihre Waren feil, Gaukler unterhielten ihr Publikum. Der Pützchens Markt, erstmals erwähnt 1367, war geboren.
Da der religiöse Charakter der Wallfahrt immer mehr abhanden kam, und das Markttreiben meist in Saufgelagen endete, terminierte man später die Wallfahrt um acht Tage vor. Die gegenwärtige Adelheidisoktav beginnt mit der Brunnenweihe im Rahmen der Vorabendmesse zum letzten Sonntag im August. Sie endet am ersten Sonntag im September, dem Sonntag vor Pützchens Markt. Am Wallfahrtssonntag erreichen zahlreiche Prozessionen von fern und nah Bonn-Beuel-Pützchen. Zum Abschluss der Oktav zieht man bei Anbruch der Dämmerung in einer feierlichen Lichterprozession mit den Reliquien der hl. Adelheid um den Adelheidisplatz, dessen Zentrum das nunmehr seit eintausend Jahren sprudelnde Pützchen ist. Um das Band zwischen Markt und Wallfahrt aufrechtzuerhalten, feiert man am Pützchens-Markt-Sonntag im Festzelt auf den Marktwiesen die hl. Messe.
Im Jahre 1966 wurde "Adelheid von Vilich" von Papst Paul VI. zur Ehre der Altäre erhoben und heilig gesprochen. Die Kirche begeht den Festtag der hl. Adelheid alljährlich am 5. Februar.
Quelle: Wilhelm Kamitter, Bonn
